Der deutsche Verband der Ergotherapeuten hat eine Broschüre „Rund um die Ergotherapieverordnung“ herausgegeben. Themen sind: Ausfüllhilfe Muster 18, Besondere Verordnungsbedarfe und Langfristiger Heilmittelbedarf.

Die Broschüre ist für alle Ärzte bundesweit gültig, da sie keine bundeslandspezifischen Anmerkungen beinhaltet. Persönliche Beratung der Arztpraxen unter: 07248/9181-0 oder per Mail an info@dve.info. Sie finden den DVE auch unter www.dve.info.

Zum Thema „Besondere Verordnungsbedarfe (BVB) für die Ergotherapie Patientinnen und Patienten extrabudgetär versorgen“ findet man dort:

„Die Vereinbarung über BVB (ehemals Praxisbesonderheiten) für Heilmittel nach § 84 Abs. 8 Satz 3 SGB V trat zum 1. Januar 2013 in Kraft. Zum 1. Januar 2017 sind in § 106b SGB V die Regelungen erneuert worden.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf eine Liste von Diagnosen verständigt, die ab 2017 bundesweit als Besondere Verordnungsbedarfe gelten (siehe Tabelle). Diesen Diagnosen sind der jeweilige ICD 10-Code sowie der Indikationsschlüssel der Heilmittel-Richtlinie (Heilmittelkatalog) zugeordnet. Beides (Indikationsschlüssel und ICD 10-Code, ggf. auch zwei davon) muss auf dem Verordnungsvordruck enthalten sein, dann wird bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen die Verordnung als BVB identifiziert. Die Kosten für diese Verordnungen werden dann im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsprüfung nach § 106 SGB V anerkannt und vom Verordnungsvolumen abgezogen.

So entsteht ein größerer Spielraum zur Verordnung von Ergotherapie bei weiteren Diagnosen, so wie es die Heilmittel-Richtlinie vorsieht. Diese bundesweite Diagnoseliste kann auf Landesebene um weitere anzuerkennende BVB oder bereits vereinbarte Indikationen, ergänzt werden. Informationen hierzu sind bei der kassenärztlichen Vereinigungen vor Ort zu erhalten“.

Auf geriatrische Syndrome bezogen bedeutet dies:

Geriatrische Syndrome:      
1. ICD 10 2. ICD 10 Diagnose Diagnosegruppe/ Indikationsschlüssel Ergotherapie Hinweis/ Spezifikation
F00.1 Demenz bei Alzheimer-Krankheit, mit spätem Beginn     (Typ 1) PS5 Ab vollendetem 70. Lebensjahr
F00.2 Demenz bei Alzheimer-Krankheit, atypische oder gemischte Form
F01.0 Vaskuläre Demenz mit spätem Beginn
F01.1 Multiinfarkt-Demenz
F01.2 Subkortikale vaskuläre Demenz
F01.3 Gemischte kortikale und subkortikale vaskuläre Demenz
F01.8 Sonstige vaskuläre Demenz
F02.3 Demenz bei primärem Parkinson-Syndrom
F02.8 Demenz bei andernorts klassifizierten Krankheitsbildern
F03 Nicht näher bezeichnete Demenz
F41.0 Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst) PS2 Ab vollendetem 70. Lebensjahr
F41.1 Generalisierte Angststörung
F41.2 Angst und depressive Störung gemischt
F41.3 Andere gemischte Angststörungen
F.41.8 Sonstige spezifische Angststörungen
F41.9 Angststörung nicht näher bezeichnet
F45.40 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung PS2 Ab vollendetem 70. Lebensjahr
F45.41 Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
G54.6 Phantomschmerz PS2 Ab vollendetem 70. Lebensjahr
R52.1 Chronischer unbeeinflussbarer Schmerz PS2 Ab vollendetem 70. Lebensjahr
R52.2 Sonstiger chronischer Schmerz
Psychische und Verhaltensstörungen:
F00.0 Demenz bei Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn (Typ2) PS5

Diese Tabelle ist ebenfalls der oben genannten Broschüre des DVE entnommen.

Ein weiterer Berufsverband, der Auskunft geben könnte, ist der Bundesverband für Ergotherapeuten in Deutschland e.V. www.bed-ev.de